Bluetooth Lautsprecher – nur mal gucken

In unserer Dusche hängt seit nicht so langer Zeit ein Bluetooth Lautsprecher. Das Teil ist nichts besonderes und hat mich so um die 12€ gekostet. Es liefert für den Preis keinen schlechten Sound und man kann entweder sein Smartphone über Bluetooth damit verbinden oder die Musik von einer Mikro SD-Karte abspielen. Der Lautsprecher verfügt über einen Akku und kann über Micro-USB geladen werden. Ein eingebauter Mikrofon ermöglicht es auch, den Lautsprecher als Freisprecheinrichtung zu verwenden. Alles schön und gut, aber wie sieht das Innenleben aus?

Das Gehäuse ist zum Glück nicht geklebt und ließ sich problemlos auseinander schrauben. Sechs Schrauben später kam auch schon das Innenleben zum Vorschein und dann hat’s mich etwas gewundert, wie wenig Bauteile für relativ viele Funktionen von so einem Bluetooth Lautsprecher notwendig sind. Auf der Platine findet man drei ICs. Bei dem kleinen am USB Port war ich mir ziemlich sicher, dass es sich hierbei um einen Lade-IC für den LiPo handelt.

Bei dem zweiten IC, mit dem weißen Farbklecks, vermutete ich einen Audio Verstärker. Es waren sonst keine Transistoren, die die Verstärkung sonst übernommen hätten. Mit etwas Alkohol ließ sich der Farbklecks entfernen und die Bezeichnung ablesen. Bei dem IC handelt es sich um einen (Mono) Audioverstärker FT2820 der Firma Fangtek. Als Europäer bekommt man die Teile von asiatischen Online-Shops ab ca. 5 Cent das Stück.

Bei dem dritten IC hat es etwa gedauert, bis ich herausfinden konnte, was das für einer ist. Da es sich bei dem IC davor um einen Audioverstärker handelt, muss dieser irgendwie den Rest übernehmen (Bluetooth, Mikrofon, SD, I/O, usw)?

Mit der Bezeichnung as17ap16465-5c4 kann keine Suchmaschine was anfangen. Mit as17ap ging es schon in die richtige Richtung, führte aber nicht so schnell zum Ziel. Nach dem Hersteller π (pi) und Bluetooth braucht man nicht suchen. Da wird man mit Projekten „Raspberry Pi + Bluetooth“ überhäuft. Und dann dachte ich mir, „warum suche ich nicht einfach nach der FCC-ID?“ Ha-ha! Der Lautsprecher trägt zwar das Logo von FCC, das aber nicht Original ist. Das Logo ist also eher Kosmetik à la „China Export„.

An dieser Stelle aber kleine Anmerkung, was mein Arbeitskollege und ich in letzter Zeit festgestellt haben. Selbst die Geräte, die eine FCC-ID haben und man das Testprotokoll einsehen kann, drucken oft das falsche Logo auf. Keine Ahnung warum. Vielleicht wurde das Logo vor nicht so langer Zeit so festgelegt oder es wird gegoogelt und dann gleich das erste oder zweite Bild genommen? Naja, egal.

Brotkrümel für Brotkrümel, Forum für Forum (englisch, russisch, chinesisch…), fand ich dann heraus, dass es sich bei dem IC mit höchster Wahrscheinlichkeit um AC690x von JIELI handelt und diese sehr oft einen anderen Label bekommen. Und π ist gar kein π, sondern „JL“ Ich bin im Netz auch auf Indizien gestoßen, dass es dafür ein SDK gibt, aber die Suche danach hat bisher leider keine brauchbare Ergebnisse geliefert 🙁

690x klingt aber ähnlich, wie eine Zeile auf dem Bestückungsdruck-Layer, wo man 6905C ablesen kann.

Bei der USB Buchse sind die Datenpins leider nicht angebunden. Ist also (vorerst) nur zum Laden da.

Nach dem Anschließen an ein Linux Rechner, liefert dmesg folgende Ausgabe.

Also, leider kein Erfolg.

Suchmaschine Baidu bemüht – kein Anzeichen dafür, dass man den Chip als Device verwenden kann. Die Schaltpläne von den Eval-Boards, die einem bei chinesischen Lieferanten mal über den Weg laufen, beinhalten gelegentlich eine USB Buchse. Lieder hat auch eine USB Buchse an diesen Pins nichts gebracht. Ein USB-Stick mit MP3 Dateien wird nicht angesprochen und spielt auch nichts ab.

Von einigen Anbietern bei Alibaba und Ali Express konnte man in der Beschreibung lesen, dass man bei größeren Abnahmemengen aussuchen kann, was bei dem Chip alles freigeschaltet werden soll. Ich vermute, dass bei diesem Chip eine Firmware aufgespielt wurde, die tatsächlich nur SD-Karte und Bluetooth unterstützt und USB leider deaktiviert ist.

Langer Rede kurzer Sinn: ich konnte mit dem Teil absolut nichts Außergewöhnliches anstellen und fand es irgendwie traurig 🙁

Aber vielleicht fällt mir irgendwann ein Lautsprecher vor die Füße, der mehr „hackable“ ist 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Bitte löse folgende Rechenaufgabe * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.